Sexualisierte Gewalt gegen Kinder

Ihnen wird sexualisierte Gewalt gegen Kinder vorgeworfen?

Haben Sie eine Vorladung der Polizei als Beschuldigter erhalten? Sie sollten der Vorladung keine Folge leisten! Statt zur Polizei gehen Sie lieber zum Anwalt, aber nicht irgendeinem. Was Sie außerdem tun oder lassen sollten, erläutern wir Ihnen im folgenden Überblick:

Der Gesetzgeber hat die Systematik von Sexualstraftaten gegen Kinder in 2020 vollständig geändert. Was zuvor sexueller Missbrauch von Kindern war, heißt nun sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Sprachlich ist die Neufassung jedoch vollständig missglückt.

Folgende Tatbestände sind zu unterscheiden:

  • Sexualisierte Gewalt gegen Kinder, § 176 StGB n.F.
  • Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ohne Körperkontakt mit dem Kind, § 176a StGB n.F.
  • Vorbereitung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder, § 176b StGB n.F.
  • Schwere sexualisierte Gewalt gegen Kinder, § 176c StGB
  • Sexualisierte Gewalt gegen Kinder mit Todesfolge, § 176d StGB

Sexualisierte Gewalt: Was ist neu?

Unverändert bleibt im Vergleich zur vorherigen Regelung, dass es für die Strafbarkeit nicht auf die Anwendung von Gewalt oder auf Drohung mit Gewalt ankommt. Warum die Norm dann mit „Gewalt“ überschrieben wird, bleibt unklar.

Neu im Gesetz ist eine eigene Vorschriften für sexualisierte Gewalt ohne Körperkontakt, z.B. über Kommunikationsmittel in § 176b StGB n.F. (vorher § 176 Abs. 4 und 5 StGB a.F.). Strafbar ist nun jedoch auch die Vorbereitung hierzu, selbst wenn ein Täter nur annimmt, am anderen Ende der Kommunikation handele sich um ein Kind, tatsächlich sich aber nur ein Erwachsener im Chat als Kind ausgibt. Das gibt selbsternannten Hilfsheriffs dubioser Opferhilfevereine die Möglichkeit, endlich selbst als „Agent Provocateur“ tätig zu werden.

Durch die eingeschobenen §§ 176a und 176b StGB, ist die schwere sexualisierte Gewalt gegen Kinder nun in § 176c StGB geregelt (zuvor § 176a StGB a.F.) und die sexualisierte Gewalt gegen Kinder mit Todesfolge in § 176d StGB (zuvor § 176b StGB a.F.).

Die wesentlichste Änderung ist allerdings der erhöhte Strafrahmen in § 176 StGB n.F.: von sechs Monate bis 10 Jahre auf ein Jahr bis zu 15 Jahren (somit strafbar ein Verbrechen), für den Grundtatbestand der sexualisierten Gewalt (ohne Gewalt!) wohlgemerkt.

Falschbeschuldigung und Aussage gegen Aussage

Nicht selten wird eine solche Anschuldigung allerdings auch zu Unrecht erhoben. Gerade nach einer Trennung oder Scheidung wird die Falschbeschuldigung als bewusstes Mittel eingesetzt, um den Partner vom Umgang mit den Kindern auszuschließen.

In familiengerichtlichen Verfahren haben Sachverständige ca. 20% der Fälle als zweifelhaft eingestuft. Auch wenn es keine verlässlichen Statistiken zu Falschbeschuldigungen gibt, sollte diese Möglichkeit immer in die Überlegungen einbezogen werden. Der Erstaussage des Kindes sowie der Aussagegenese kommt in diesen Verfahren jedenfalls maßgebliche Bedeutung zu. Unsere Kanzlei ist im Umgang mit Falschbeschuldigungen sehr erfahren.

Nicht selten erfolgt eine Strafanzeige durch das vermeintliche Opfer aber auch erst Jahre bzw. sogar Jahrzehnte nach der angeblichen Tat. Spuren sind dann ohnehin nicht mehr zu finden. Es kommt dadurch allein auf die Aussage des möglichen Opfers an, da Aussage gegen Aussage steht. Warum dieser Vorwurf plötzlich erhoben wird, ist selten aufzuklären.

Besonders häufig geht diese Offenbarung mit jahrelangen Therapien einher, deren Inhalte und suggestive Einflüsse auf die vermeintliche Erinnerung dann aufzuklären sind. Oftmals spielen auch psychische Erkrankungen (z.B. die Borderline-Persönlichkeitsstörung) eine zentrale Rolle. In derartigen Fällen sind wir regelmäßig tätig und bieten dem Beschuldigten Unterstützung, Rat und Hilfe. Wir machen Ihre Probleme zu unseren!

sexualisierte Gewalt, Kind, Kinder, 176 StGB, Kindesmissbrauch, Falschbeschuldigung, Sexualstrafrecht, Anwalt, Hamburg, Berlin

Als menschliche „Lügendetektoren“ untersuchen unsere Fachanwälte für Strafrecht sowie Strafverteidiger die Aussage des Zeugen unter aussagepsychologischen Gesichtspunkten, ausgehend von der sog. Nullhypothese. Sofern bereits ein Glaubhaftigkeitsgutachten vorliegt, prüfen wir dies sorgfältig und methodenkritisch auf mögliche Fehler.

Strafverteidigung beim Vorwurf der sexualisierten Gewalt

Strafverteidigung ist Vertrauenssache! Wir bearbeiten unsere Mandate nicht wie am Fließband, sondern nehmen uns individuell Zeit, um das bestmögliche Ergebnis für unseren Mandanten zu erreichen, weil für ihn gerade im Sexualstrafrecht alles auf dem Spiel steht. Eine gründliche Einarbeitung sowie Vorbereitung auf die Hauptverhandlung sind für uns selbstverständlich, da wir Ihre persönlichen Lebensumstände bewahren wollen und Sie – anders als die Staatsanwaltschaft und das Gericht – nicht nur als Aktenzeichen ansehen.

Wir verteidigen Beschuldigte im Sexualstrafrecht bundesweit vor allen Gerichten sowie in allen Instanzen professionell und engagiert. Ohne Unterschied verteidigen wir vorurteilsfrei zu Unrecht Beschuldigte ebenso wie – nach rechtlichen Maßstäben – schuldige Täter. Ob jemand Täter ist, steht erst am Ende des Strafverfahrens fest, nicht schon zu Beginn. Zwar sind Vergewaltigungen nicht selten erfunden, dennoch glaubt die Polizei dem angeblichen Opfer geradezu bedingungslos, so offensichtlich die Widersprüche auch sein mögen.

Ziel unserer Verteidigung ist die frühestmögliche Intervention im Ermittlungsverfahren, um das jeweilige Verfahren strategisch zu lenken, Publizität zu vermeiden und die Reputation sowie das berufliche Fortkommen unserer Mandanten zu schützen.

Kompetenz für die Verteidigung im Sexualstrafrecht

Professionelle und seriöse Strafverteidigung im Sexualstrafrecht setzt fundiertes Wissen auch interdisziplinär voraus: aussagepsychologisch, psychiatrisch und rechtsmedizinisch. Unsere Rechtsanwälte bilden sich regelmäßig interdisziplinär fort – auf den Gebieten der Aussagepsychologie (Rechtspsychologie) und Rechtsmedizin. Dementsprechend verfügen wir über Fachwissen, welches anderen Rechtsanwälten vielleicht fehlt. Schließlich pflegen wir Kontakte zu spezialisierten Aussagepsychologen sowie Sexualtherapeuten, auf deren Unterstützung (z.B. durch Psychotherapie) unsere Mandanten mitunter angewiesen sind.

Fehlen diese Spezialkenntnisse, wird sich der Anwalt gegenüber den erfahrenen Staatsanwälten aus Fachdezernaten für Sexualstraftaten dagegen nicht selten überfordert zeigen. Denn was in der Medizin längst selbstverständlich ist, gilt ebenso im Strafrecht: Hier ist die Materie vergleichbar speziell und komplex, dass es hoch qualifizierter Experten mit einer entsprechenden Erfahrung bedarf. Obgleich wir Fachanwälte für Strafrecht sind, kommt es im Sexualstrafrecht auf einen Fachanwalt im Strafrecht nicht an, da dieses Gebiet in der Fachanwaltsausbildung keine Rolle spielt.

Einen Fachanwalt für Sexualstrafrecht gibt es nicht, weil diese Qualifikation nur in ganz bestimmten Rechtsgebieten wie z.B. dem Strafrecht vergeben wird. Wir verfügen allerdings über eine vergleichbare Qualifikation, da wir jährlich ca. 100 Mandate im Sexualstrafrecht bearbeiten und dies, wenn überhaupt, nur sehr wenige Kanzleien in Deutschland von sich behaupten können. Vertrauen Sie daher unserer Expertise!

Persönliche Ersteinschätzung vom Anwalt noch heute!

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur der ersten Orientierung; ersetzt jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt. Gern geben wir Ihnen hierzu persönlich Auskunft!

Selbstverständlich begegnen wir unseren Mandanten respektvoll und vorurteilsfrei sowie unter Wahrung absoluter Diskretion. Als Rechtsanwälte unterliegen wir der Verschwiegenheit, Sie können mit uns alles besprechen, kein Anliegen muss Ihnen unangenehm sein.

Jetzt Termin vereinbaren
Wir sind für Sie da! Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin.

Kontakt