Untersuchungshaft

Im Sexualstrafrecht existieren besondere Haftgründe, so dass stets ein Haftbefehl und Untersuchungshaft drohen. Danach sieht das Gesetz in § 112a Abs. 1 Nr. 1 StPO einen absoluten Haftgrund vor, sofern der Beschuldigte einer im Folgenden genannten Straftaten dringend verdächtig ist:

Außer eines dringenden Tatverdachts hinsichtlich der genannten Tatbestände sind keine weiteren Voraussetzungen für einen Haftbefehl und Untersuchungshaft erforderlich. Der dringende Tatverdacht wird als hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte nach den vorläufigen Ermittlungsergebnissen die Sexualstraftat tatsächlich begangen hat, definiert. Demzufolge ist bereits die erstmalige Begehung einer Anlasstat ausreichend.

Schnelle Hilfe für Angehörige in Untersuchungshaft

Wurde Ihr Ehemann, Freund, Kind oder ein sonstiger Angehöriger wegen dem Vorwurf einer Sexualstraftat festgenommen und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft? Für den Festgenommenen und seine Angehörigen ist dies eine einschneidende Erfahrung. Die effektivste Hilfe ist es nun, ihm so schnell wie möglich einen Rechtsanwalt zu organisieren, der ihn sofort in der U-Haft besuchen kann. Während der ersten Stunden ist nicht nur der Beistand eines Verteidigers wichtig, sondern spätestens am Tag nach der Festnahme ist die Vorführung vor dem Haftrichter in Untersuchungshaft vorgesehen.

Spätestens dafür benötigt der Angehörige einen Strafverteidiger, da in der Zuführung die Weichen gestellt werden, ob er in U-Haft bleiben muss oder unter bestimmten Auflagen dagegen wieder auf freien Fuß kommt.

Deshalb können Sie uns über unseren Strafverteidiger-Notruf rund um die Uhr erreichen.

Haftgrund der Wiederholungsgefahr

Stützt der Haftrichter den Haftbefehl nicht auf den absoluten Haftgrund (Nr. 1), schlägt die Stunde der Wiederholungsgefahr in § 112a Abs. 1 Nr. 2 StPO. Gegen die Wiederholungsgefahr ist praktisch jedenfalls „kein Kraut gewachsen“.

Wiederholungsgefahr besteht, wenn zum dringenden Tatverdacht bestimmte Tatsachen hinzutreten, welche die Gefahr begründen, dass der Beschuldigte vor rechtskräftiger Aburteilung weitere erhebliche Taten gleicher Art begehen wird, und die Haft zur Abwendung dieser Gefahr erforderlich ist. Deshalb reicht es aus, dass der dringende Tatverdacht der Begehung einer solchen Sexualstraftat begründet ist. Ein besonders schutzwürdiger Kreis der Bevölkerung soll vor schweren Straftaten bewahrt werden, wenn diese mit hoher Wahrscheinlichkeit drohen. Dafür lassen sich schließlich immer Gründe finden.

Diese Wiederholungsgefahr muss durch bestimmte Tatsachen begründet sein, die eine so starke Neigung des Beschuldigten zu einschlägigen Straftaten erkennen lassen, dass die Gefahr besteht, er werde gleichartige Sexualstraftaten bis zur rechtskräftigen Verurteilung begehen. Die Gefahrenprognose bedarf dementsprechend einer hohen Wahrscheinlichkeit der Fortsetzung des strafbaren Verhaltens vor rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens.

Sie haben eine Frage zur Untersuchungshaft?

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur der ersten Orientierung; ersetzt jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt. Gern geben wir Ihnen hierzu persönlich Auskunft!

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