Ermittlungsverfahren Kinderpornografie

Die Beschuldigten erfahren davon, dass ein Ermittlungsverfahren wegen des Besitzes von Kinderpornografie nach § 184b StGB gegen sie läuft, meist durch die Hausdurchsuchung.

Hausdurchsuchung wegen Kinderpornografie

Oft stehen früh morgens mehrere Polizeibeamte vor der Tür und werden Ihre Wohnung durchsuchen. Beachten Sie bitte folgende Verhaltensempfehlungen:

  • Leisten Sie keinen Widerstand! Sie können nun ohnehin nichts mehr ändern. Bringen Sie sich nicht in den Verdacht, etwaige Beweismittel auf die Seite schaffen oder zerstören zu wollen. Dies würde nur eine empfindliche Gegenreaktion provozieren.
  • Schweigen Sie! Lassen Sie sich auch nicht auf scheinbar belanglose Gespräche mit den Beamten ein. Alles was Sie sagen, wird sich später in einem Bericht in den Akten wiederfinden. Reden Sie sich nicht um Kopf und Kragen.
  • Geben Sie keine Passwörter heraus! Die Polizei darf Ihre Computer und Festplatten beschlagnahmen, aber Sie müssen nicht dadurch mitwirken, indem Sie bereitwillig Ihre Passwörter verraten. Es ist Ihr gutes Recht, dies nicht zu tun und dies darf Ihnen auch nicht nachteilig ausgelegt werden. Es gilt: Schweigen Sie!

Gehen Sie davon aus, dass die Polizei bei einer Hausdurchsuchung wegen Verdacht des Besitzes von Kinderpornographie sämtliche Computer, Smartphones, Spielkonsolen, Festplatten und USB-Sticks sicherstellt oder beschlagnahmt. Erst die spätere Auswertung der Datenträger ergibt, ob sich der Verdacht gegen Sie erhärtet.

Nach der Hausdurchsuchung

Sie sollten nun Kontakt zu einem Rechtsanwalt aufnehmen, der auf das Sexualstrafrecht spezialisiert ist und als vertrauensvoller Ansprechpartner und Beistand fungiert. Da Sie uns bereits gefunden haben, ist der erste wichtige Schritt bereits getan.

Zunächst einmal: Der Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie ist nicht so schlimm wie es zuerst scheinen mag. Es gibt jedes Jahr unzählige Ermittlungsverfahren deswegen. Stellen Sie sich trotzdem bitte darauf ein, dass das Verfahren sehr lange dauern und auch recht teuer werden wird. Eine Gefängnisstrafe haben Sie aber meist nicht zu befürchten.

Anders sieht es dagegen beim Verbreiten, Besitzverschaffen und Zugänglichmachen aus. Wer die kinderpornografischen Schriften nicht nur heruntergeladen, sondern auch zugleich wieder hochgeladen hat (was meist automatisch erfolgt), muss mit einer vergleichsweise höheren Strafe rechnen. Die Mindeststrafe liegt hier bei drei Monaten Freiheitsstrafe – und zwar für jeden einzelnen Fall.

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Wir beantragen Akteneinsicht, damit wir wissen, was Ihnen genau vorgeworfen wird. Sofern notwendig, entwerfen wir für Sie eine schriftliche Stellungnahme zu den Tatvorwürfen. In aller Regel wird die Hausdurchsuchung der letzte Kontakt zur Polizei für Sie sein – um alles weitere kümmern wir uns. Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung!

Das Ermittlungsverfahren

Gehen Sie davon aus, dass das Ermittlungsverfahren ein Jahr dauern wird. Zumindest in Hamburg sind die Behörden überlastet, anderswo sieht es leider nicht viel besser aus. Ihre Datenträger werden entweder zur Auswertung an ein „Speziallabor“ übersandt (Hamburg) oder durch die Landeskriminalämter untersucht. Dies dauert – insbesondere wegen der großen Datenmengen – seine Zeit. Sind Sie aus beruflichen Gründen auf bestimmte Daten angewiesen, kann der Rechtsanwalt vermitteln, dass diese Daten herausgegeben werden.

Sind sämtliche Daten ausgewertet, erhalten wir Akteneinsicht und das Gutachten der Auswertung. Daraus ergibt sich die Anzahl der aufgefundenen Bilder und Videos kinder- und jugendpornografischen Inhalts, wie diese auf den Computer gelangt sind, ob gezielt nach diesen Inhalten gesucht wurde und ob diese weiterverbreitet wurden. Schließlich ergibt sich auch der Zeitraum, in dem die Dateien gesammelt wurden und der grobe Inhalt der Aufnahmen. „Härtere“ Sachen, also Darstellung von Gewaltanwendung, führt zu höheren Strafen als bloße Posing-Aufnahmen.

Aufgrund unserer Spezialisierung haben wir bereits in zahlreichen Verfahren verteidigt und erfolgversprechende Strategien entwickelt, den Vorwürfen zu begegnen. In einigen Fällen konnten wir nicht für möglich gehaltene Erfolge erzielen, nachdem die Angeklagten (nicht durch uns verteidigt) bereits erstinstanzlich verurteilt waren.

Die Kosten der Strafverteidigung und Gerichtskosten

Unsere spezialisierte Kanzlei kann in Verfahren wegen Kinderpornografie zum Festpreis arbeiten. Wir treffen zumindest im Ermittlungsverfahren eine Honorarvereinbarung über eine Pauschalvergütung. Einen genauen Betrag können wir Ihnen allerdings erst mitteilen, wenn wir bestimmte Unterlagen von Ihnen erhalten haben.

Hinzu kommen die Kosten für die Auswertung der Datenträger: Für ein Speziallabor können sich die Kosten schnell auf 5.000-10.000 Euro summieren, bei größeren Datenmengen auch wesentlich mehr. Nach Abschluss des Verfahrens werden sämtliche Kosten dem Verurteilten als Gerichtskosten in Rechnung gestellt.

Die möglichen Strafen für Besitz von Kinderpornografie

Die im Folgenden genannten Richtwerte beziehen sich lediglich auf den Besitz von Kinderpornografie, nicht auf das Verbreiten, Besitzverschaffen oder Zugänglichmachen.

Finden sich nicht wesentlich mehr als einhundert Dateien auf den Datenträgern, wird noch eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens nach § 153a StGB gegen Auflagen, z.B. eine Geldauflage möglich sein. Manchmal kommt noch die Auflage hinzu, sich einem Therapiegespräch bei einem Sexualtherapeuten zu unterziehen, um den Therapiebedarf im Hinblick auf pädophile Neigungen abklären zu lassen. Das klingt nun dramatischer als es eigentlich ist. Sie erhalten dann von uns die Kontaktdaten spezialisierter Therapeuten. Auch werden Sie nicht umhin kommen, die Verfahrenskosten zu tragen, insbesondere die Kosten der Auswertung, die in Hamburg durch die Einschaltung des Speziallabors 5.000 bis 15.000 Euro betragen können (je nach Anzahl der ausgewerteten Datenträger).

Im Rahmen von mehreren hundert bis tausend Dateien oder wenn die Darstellungen gewalttätig sind, werden wir versuchen, das Verfahren durch einen Strafbefehl zu beenden. Es findet dann zwar keine Hauptverhandlung statt und Sie bekommen das Urteil nach Hause zugestellt, gelten aber als vorbestraft, wenn Sie eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten oder eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen erhalten. Diese Strafe würde dann auch in das Führungszeugnis aufgenommen. Wir werden natürlich versuchen, dies zu verhindern, was meist auch gelingt, wenn es „auf der Kippe steht“.

Wenn sich auf den Datenträgern mehrere tausend bis zu zehntausend Dateien befinden, könnte es auch mit einem Strafbefehl kritisch werden. Ob eine Hauptverhandlung unvermeidlich ist, ist eine Einzelfallentscheidung, auf die wir Einfluss nehmen können.

Haftstrafen nur in Ausnahmefällen

Eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann, ist allerdings sehr selten. Unserer Erfahrung nach wird eine solche Strafe nur in Fällen verhängt, in denen sich mehrere hunderttausend Dateien auf den Datenträgern befanden und sich der Angeklagte komplett uneinsichtig zeigte.

Der Besitz von Kinderpornografie gemäß § 184b StGB und von Jugendpornografie gemäß § 184c StGB zählt zu den Straftatbeständen, die gute Möglichkeiten der Strafverteidigung eröffnen. Durch eine geschickte Verteidigungsstrategie lässt sich ein Verfahren glimpflich für den Betroffenen beenden. Lassen Sie diese Chance also besser nicht ungenutzt!

Sofort-Kontakt und persönliche Einschätzung

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur der ersten Orientierung; ersetzt jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt. Gern geben wir Ihnen hierzu persönlich Auskunft!

Rufen Sie uns unter Telefon: 040 – 2286 3800 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Selbstverständlich begegnen wir unseren Mandanten respektvoll und vorurteilsfrei sowie unter Wahrung absoluter Diskretion. Als Rechtsanwälte unterliegen wir der Verschwiegenheit, Sie können mit uns alles besprechen, kein Anliegen muss Ihnen unangenehm sein.

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