Sexuelle Belästigung und Beleidigung

Sie haben von der Polizei eine Vorladung als Beschuldigter wegen sexueller Belästigung (§ 184i StGB) oder Beleidigung auf sexueller Grundlage erhalten? Sie sollten die Vorladung der Polizei nicht wahrnehmen. Was Sie außerdem tun oder besser lassen sollten, erläutern wir Ihnen im folgenden Überblick:

Kaum eine Thematik ist gesellschaftlich so sensibel wie der Vorwurf einer Sexualstraftat, wie es die sexuelle Belästigung eine ist. Spätestens seit der #metoo-Kampagne genügt eine solche Beschuldigung, um das Sozialleben des Verdächtigten nachhaltig zu belasten. Deshalb ist es überaus wichtig, möglichst frühzeitig einen spezialisierten Rechtsanwalt hinzuzuziehen, der als vertrauensvoller Ansprechpartner sowie auch als Beistand fungiert. Wir machen Ihre Probleme zu unseren!

Sexuelle Belästigung und Erheblichkeitsschwelle

Der Tatbestand der sexuellen Belästigung ist in § 184i StGB geregelt. Eingeführt wurde er mit der Verschärfung des Sexualstrafrechts im November 2016. Nach altem Recht waren sexuelle Handlungen nur dann als Sexualstraftat zu qualifizieren, wenn sie „von einiger Erheblichkeit“ waren. Dies gilt mit dem Straftatbestand der sexuellen Belästigung nun nicht mehr. Der Gesetzgeber wollte mit dieser Norm ausdrücklich auch solches Verhalten unter Strafe stellen, das unterhalb dieser Erheblichkeitsschwelle liegt. Ein vielleicht moralisch fragwürdiger Klaps auf den Po wäre nach altem Recht nicht als Sexualstraftat verfolgbar gewesen – dies hat sich nun geändert.

Voraussetzungen der sexuellen Belästigung

Strafbar nach § 184i StGB macht sich, wer einen anderen in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt. Ob eine bestimmte Handlung hiervon erfasst ist, muss im Einzelfall ermittelt werden. Jedenfalls aber handelt es sich bei § 184i StGB um einen Auffangtatbestand, der nun auch ein Verhalten erfassen soll, welches vorher nicht unter Strafe stand.

Voraussetzung ist zunächst eine körperliche Berührung, die ihrem äußeren Erscheinungsbild nach in eine sexuelle Konnotation aufweisen. Es kommt also gerade nicht darauf an, dass der Täter es auf eine sexuelle Belästigung des Opfers angelegt hat, er muss nicht zwingend von sexuellen Motiven geleitet worden sein. Der Schluss auf eine Berührung in sexuell bestimmter Weise liegt vor allem nah, wenn der Täter das Opfer über der Kleidung an Geschlechtsorganen berührt oder eine Handlung vornimmt, die zumindest typischerweise eine sexuelle Intimität zwischen den Personen voraussetzt (z.B. aufgedrängte Küsse oder unerwünschte Umarmungen). Hinzu kommt, dass das Opfer sich durch diese Handlung auch tatsächlich sexuell belästigt fühlt.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Handelt es sich speziell um eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, hilft in vielen Fällen bereits, den Kollegen oder Vorgesetzten darauf aufmerksam zu machen, dass man sich sexuell belästigt fühlt. Ist dies allein nicht schon ausreichend, ist zunächst der Gang zur Beschwerdestelle zu empfehlen. Nach § 13 AGG hat jeder Beschäftigte das Recht eine solche Beschwerde einzureichen, Nachteile dürfen ihm dadurch nicht entstehen. Dagegen drohen dem Täter ernsthafte, insbesondere arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Abgrenzung zur Beleidigung auf sexueller Grundlage

Im Unterschied zur Beleidigung auf sexueller Grundlage gemäß § 185 StGB setzt sexuelle Belästigung immer eine körperliche Berührung voraus. Einen besonderen Tatbestand der Beleidigung auf sexueller Grundlage gibt es zwar nicht, dennoch können eheverletzende Äußerungen, die eine Geschlechtsbezogenheit aufweisen, durchaus auch den Tatbestand der Beleidigung nach § 185 StGB erfüllen.

Strafe für eine sexuelle Belästigung

Die sexuelle Belästigung wird mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe bis zwei Jahren bestraft. Wird die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen, handelt es sich um einen besonders schweren Fall mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Bestimmend für das konkrete Strafmaß sind vorrangig deshalb die individuellen Auswirkungen der Tat auf das Opfer.

Die Tat wird jedoch nur auf Antrag verfolgt (Strafantrag), es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft wegen eines besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält. Zum Schutz der betroffenen Frauen dürfte dies oftmals der Fall sein, sofern denn die Polizei Kenntnis von dem Vorfall erlangt.


Vergewaltigung, Gewalt, sexuelle Nötigung, sexuelle Handlung, sexuelle, Drohung, Eindringen, Sexualstrafrecht, Anwalt, Verteidiger, Rechtsanwalt, Strafverteidiger, Vergewaltiger, Strafverteidigung, Kanzlei, spezialisiertRechtsanwalt Mirko Laudon ist ausschließlich im Strafrecht sowie angrenzenden Rechtsgebieten tätig und übernimmt die Verteidigung in Strafsachen bundesweit vor allen Gerichten und in allen Instanzen (Berufung und Revision). Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Sexualstrafrecht in „Aussage gegen Aussage“-Konstellationen.


Rechtsanwältin Christiane Rusch | Sexualstrafrecht Hamburg | Spezialisierte Strafverteidigung - sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Kinderpornografie, Nebenklage, Opferanwältin, NebenklägervertreterinRechtsanwältin Christiane Rusch ist im Strafrecht und zusätzlich im Familienrecht tätig und übernimmt die Verteidigung und Nebenklage im Sexualstrafrecht in Hamburg und bundesweit vor allen Gerichten sowie in allen Instanzen – im Sexualstrafrecht spezialisiert auf Fälle mit Bezug zum Kindschaftsrecht (Sorge- und Umgangsrecht).


Engagierte Strafverteidigung im Sexualstrafrecht

Wir verteidigen Beschuldigte im Sexualstrafrecht bundesweit vor allen Gerichten sowie in allen Instanzen professionell und engagiert. Ohne Unterschied verteidigen wir vorurteilsfrei zu Unrecht Beschuldigte ebenso wie – nach rechtlichen Maßstäben – schuldige Täter. Ob jemand Täter ist, steht erst am Ende des Strafverfahrens fest, nicht schon zu Beginn. Zwar sind Sexualstraftaten nicht selten erfunden, dennoch glaubt die Polizei dem angeblichen Opfer geradezu bedingungslos, so offensichtlich die Widersprüche auch sein mögen.

Unsere Rechtsanwälte bilden sich regelmäßig interdisziplinär fort – auf den Gebieten der Rechtsmedizin und Aussagepsychologie (Rechtspsychologie). Dementsprechend verfügen wir über Fachwissen, welches anderen Rechtsanwälten vielleicht fehlt. Schließlich pflegen wir Kontakte zu spezialisierten Aussagepsychologen sowie Sexualtherapeuten, auf deren Unterstützung (z.B. durch Psychotherapie) unsere Mandanten mitunter angewiesen sind.

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