Informationen zum Sexualstrafrecht

Das Sexualstrafrecht ist im Strafgesetzbuch (StGB) geregelt, die einzelnen Tatbestände sind dort im 13. Abschnitt (§§ 174-184g StGB) zu finden. Geschützt wird das Schutzgut der sexuellen Selbstbestimmung, also die Freiheit der Person, über Ort, Zeit, Form und Partner sexueller Betätigung frei zu entscheiden. Die Freiheit, sich gegen konkrete sexuelle Betätigungen zu entscheiden, ist hierin notwendig enthalten.

Rechtsanwalt für Sexualstrafrecht | Informationen zur Strafverteidigung

Im Grundsatz ist das Sexualstrafrecht in zwei verschiedene Arten von Straftatbeständen unterteilt: den sexuellen Missbrauch und die sexuelle Nötigung.

Tatbestände des sexuellen Missbrauchs

Missbrauch meint das Ausnutzen einer bestimmten Lage aufgrund der Überlegenheit des Täters oder der Eingeschränktheit des Tatopfers zu sexuell motivierten Zwecken. Es gibt etwa den sexuellen Missbrauch von Kindern, von Gefangenen, von abhängigen Personen, von Patienten, und so weiter. Wenn es hier zu Sexualkontakten kommt, in denen der Täter die eingeschränkte Durchsetzungsfähigkeit des Opfers ausnutzt, ist das strafbar.

In diesen Fällen des sexuellen Missbrauchs kommt es nicht darauf an, ob das Opfer unter Umständen sogar eingewilligt hat – eine solche Zustimmung eines Kindes (bis 14 Jahre) ist von vornherein unwirksam. Auch Jugendliche (bis 18 Jahre) können dadurch sexuell missbraucht werden, dass eine Zwangslage ausgenutzt oder Handlungen gegen Entgelt oder sonstige Gegenleistungen (gleich welchen Umfangs oder Wertes) erfolgen.

Tatbestände der sexuellen Nötigung

Eine Nötigung setzt im Strafgesetzbuch immer den Zwang einer Person (zu irgendeiner Handlung oder Unterlassung) gegen ihren Willen voraus.

Das bedeutet aber auch: Einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Menschen, die nicht in ihrer Willensbildung eingeschränkt oder behindert sind (siehe oben: Missbrauch), können nicht den Tatbestand einer Sexualstraftat erfüllen. Das Einverständnis der jeweils anderen Person lässt den Tatbestand somit entfallen.

Wer mit Gewalt, durch Drohung mit Gewalt gegen die Person oder durch Ausnutzen einer schutzlosen Lage erzwingt, dass eine Person sexuelle Handlungen vornimmt oder an sich vornehmen lässt, wird wegen sexueller Nötigung (§ 177 Abs. 1 StGB) bestraft. Nötigung wird zur Vergewaltigung (§ 177 Abs. 2 StGB), wenn die (erzwungene) sexuelle Handlung (des Täters oder des Opfers) „mit einem Eindringen in den Körper“ verbunden ist – also durch Geschlechtsverkehr, Analverkehr, Oralverkehr oder Einführen von Gegenständen.

Professioneller Beistand notwendig

Strafverteidigung auf dem Gebiet der Sexualdelikte findet stets vor dem Hintergrund einer hohen Emotionalisierung statt, was die rationale Bewertung von Tat und Täter zusätzlich erschwert. Dabei bleiben rechtsstaatliche Grundsätze nur allzu leicht auf der Strecke und Forderungen nach einer möglichst harten Bestrafung wird leichter nachgegeben.

Der Vorwurf der Begehung einer Sexualstraftat wie sexueller Missbrauch, Vergewaltigung oder sexueller Nötigung bedarf meist zwingend professioneller Hilfe eines Rechtsanwalts für Strafrecht, der sich auf die Strafverteidigung im Sexualstrafrecht spezialisiert hat. Die Straftatbestände sind meist mit Freiheitsstrafe bedroht, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Daher hat man häufig Anspruch auf einen Pflichtverteidiger.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Die wichtigsten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im 13. Abschnitt des Strafgesetzbuchs (StGB):

Die Links führen zu Erläuterungen der Straftatbestände und weiteren Informationen.

Weblinks zu interessanten Artikeln

Informationen zur Strafverteidigung im Sexualstrafrecht

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur der ersten Orientierung; ersetzt jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt. Gern gebe ich Ihnen persönlich Auskunft!

Bitte vereinbaren Sie gleich telefonisch oder über das Kontaktformular einen Termin, den Sie meist am selben oder dem nächsten Tag erhalten.

Ihr Name*

Ihre E-Mail-Adresse* (für die Antwort oder Terminbestätigung)

Ihre Telefonnummer (für eventuelle Rückfragen)

Terminwunsch (schnellstmöglich oder Terminwünsche eintragen)

Ihre Frage oder Nachricht

Spamschutz*: Ergebnis von

* Pflichtfelder. Die Daten werden verschlüsselt übertragen.