Kinderpornografie, § 184b StGB – Verbreitung und Besitz kinderpornographischer Schriften

Ihnen wird der Besitz von Kinderpornografie oder nur einem Kinderporno vorgeworfen?

Wenn plötzlich die Polizei vor der Tür steht und eine Hausdurchsuchung durchführt und dabei Computer und Datenträger beschlagnahmt werden, auf denen kinderpornografische Schriften („Kinderpornos“) gefunden werden könnten, sollte frühzeitig ein Strafverteidiger hinzugezogen werden, der auf dieses Gebiet spezialisiert ist und der als vertrauensvoller Ansprechpartner und Beistand fungiert.

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Es gibt jedes Jahr unzählige Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie. Die Mehrzahl der Konsumenten hat danach keinerlei pädophile Neigungen und würde einem Kind in der Realität niemals Gewalt antun, sondern handelt vielmehr aus reiner Neugier. Das Internet als unerschöpfliche Quelle von sexuellen Offerten jeglicher Schattierungen begünstigt die Entwicklung jedenfalls zusätzlich.

Was ist Kinderpornografie?

Unter Kinderpornografie sind Abbildungen zu verstehen, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern – also Personen unter 14 Jahren – zum Gegenstand haben. Demzufolge ist nicht schon jede Aufnahme eines nackten oder nur teilweise bekleideten Körpers einer minderjährigen Person auch Kinderpornografie.

Auch wenn § 184b StGB noch von Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer „Schriften“ spricht, zählen dazu auch Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen (vgl. § 11 Abs.3 StGB).

Was ist konkret verboten?

Im Prinzip ist sämtlicher Umgang mit Kinderpornografie verboten, und zwar auch mit sog. wirklichkeitsnahem Geschehen (§ 184b Abs. 2 und 4 StGB). Dafür genügt ist, dass sich die Darstellung nach dem äußeren Erscheinungsbild wie Kinderpornografie darstellt.

Das bloße Betrachten entsprechenden Materials als solches ist bereits strafbar, wobei die Grenze der Strafbarkeit bei Nutzung eines Computers schon dann überschritten ist, wenn das Material durch das (automatische) Zwischenspeichern von Dateien im Browser-Cache in den tatsächlichen Herrschaftsbereich des Betrachters gelangt ist. Außerdem ist bereits das flüchtige Zwischenspeichern im Arbeitsspeicher des Computers ebenfalls als Besitz qualifiziert und somit strafbar.

Kinderporno-Tausch: Wie wird ermittelt?

Die Ermittlungen laufen über das Internet und über alle denkbaren Plattformen, auf denen Kinderpornografie getauscht oder sonst gehandelt wird.

Klassisch ist der Download bei Filesharing-Netzwerken wie eMule, eDonkey oder eDonkey2000 (eD2K). Die Ermittlungen laufen dort über Hashwerte der bereits bekannten kinderpornografischen Dateien. Über eine spezielle Software ermittelt die Polizei die Angebote solcher Dateien (sog. Zugänglichmachen), speichert die dazugehörige IP-Adresse und verfolgt diese zurück. Und stehen dann für eine Hausdurchsuchung vor der Tür.

Außerdem wird das Anbieten und der Tausch über diverse Chat-Plattformen verfolgt, beispielsweise ChatStep oder Foren im DarkNet. Dafür werden bereits existierende Accounts bereits ermittelter Täter weitergenutzt und jeder Kontakt mit diesen Accounts gespeichert.

Viele amerikanische Anbieter von Cloud-Diensten arbeiten inzwischen mit dem NCMEC zusammen. Wird bei Google, Microsoft, Yahoo oder einem anderen größeren Anbieter eine kinderpornografische Datei hochgeladen, erfolgt über NCMEC eine Meldung an das BKA – mit der betreffenden IP-Adresse. Nach der Rückverfolgung folgt die Hausdurchsuchung.

Anlass sind häufig auch internationale Ermittlungsvorgänge, in den letzten Jahren u.a.

Diese Ermittlungsvorgänge beginnen oftmals dadurch, dass der Polizei „ein großer Fisch“ ins Netz geht, z.B. der Betreiber einer Kinderporno-Plattform. Dies wird zunächst geheim und die Plattform am Leben erhalten, um an die IP-Adressen der Nutzer zu gelangen. Über diese IP-Adressen werden dann international gegen alle Nutzer Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es kommt nicht selten zu hunderten Hausdurchsuchungen.

Als Anfangsverdacht reicht ein einziger Kinderporno, der über eine Plattform geteilt oder heruntergeladen wurde. Die Hausdurchsuchung fördert dann oftmals in größeren Mengen weiteres Material zutage.

Wie das Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie abläuft und welche Strafen drohen, haben wir in einem anderen Artikel zusammengefasst.

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