Gewaltopferambulanzen in Deutschland

Wer Opfer einer Sexualstraftat geworden ist, findet Hilfe in einer Gewaltopferambulanz in der Nähe. Diese sind jedoch noch nicht überall verfügbar oder nicht ständig besetzt.

Unabhängig davon, ob man als Opfer einer Straftat einmal Strafanzeige erstatten will oder nicht, ist es wichtig, die erlittenen Verletzungen und Spuren von Gewalt richtig sowie auch vollständig dokumentieren zu lassen. Im Ermittlungsverfahren und später vor Gericht kann über die Befunde ein Nachweis für das Tatgeschehen oder die Tatfolgen geführt werden. Im schlimmsten Fall bleibt der Täter ansonsten vielleicht unbestraft.

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Gewaltopferambulanz in Ihrer Nähe

Eine Übersicht der Untersuchungsstellen der Gewaltopferambulanzen in Deutschland ist hier zu finden: Übersicht der Untersuchungsstellen mit Adressen und Telefonnummern.

In folgenden Städten sind bislang Gewaltopferambulanzen zu finden: Berlin, Bonn, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Essen, Leipzig, Frankfurt/Main, Freiburg, Gera, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle (Saale), Hamburg, Hannover, Heidelberg, Jena, Kiel, Köln, Leipzig, Lübeck, Magdeburg, Mainz, München, Oldenburg, Rostock, Saarbrücken, Schwerin und Würzburg.

Gewaltopferambulanzen sind organisatorisch regelmäßig dem Institut für Rechtsmedizin angegliedert. Je nach personellen und finanziellen Ressourcen sind die Angebote und die Möglichkeiten für eine Untersuchung an den Instituten für Rechtsmedizin unterschiedlich ausgestaltet. Bei einigen ist etwa eine Untersuchung nicht rund um die Uhr oder erst nach Anmeldung möglich. Sie sollten deshalb zunächst den telefonischen Kontakt suchen und sich auch die Anfahrt zur Rechtsmedizin erklären lassen.

Ist für Sie keine Gewaltopferambulanz erreichbar, wenden Sie sich an den kassenärztlichen Notdienst unter Telefon 116 117, der rund um die Uhr erreichbar ist. Fragen Sie dort nach einer Gewaltopferambulanz oder ähnlichen Einrichtungen in Ihrer Umgebung.

Anonyme Sicherung von Beweisen

Gewaltopferambulanzen erkennen Verletzungen, können diese interpretieren, gerichtsverwertbar dokumentieren sowie Spuren sichern. Bei Sexualstraftaten (z.B. Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung) findet grundsätzlich auch eine anonyme Beweissicherung statt ohne sich sofort für oder gegen eine Strafanzeige entscheiden zu müssen.

Opfer von Gewalt stehen häufig zunächst unter Schock. In diesem Zustand kann deshalb oft keine Entscheidung getroffen werden, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Meist brauchen Frauen dafür Zeit. Dennoch entscheiden sich 30 bis 40 Prozent der Frauen, die ihre Verletzungen dokumentieren lassen, später für eine Strafanzeige gegen den Täter.

Beweissicherung in Gewaltopferambulanzen

Neben der fotografischen Dokumentation von Verletzungen und Spuren von Gewalt, kann, sofern notwendig, bei Frauen auch eine gynäkologische Untersuchung erfolgen. So ist bei einem Opfer sexueller Gewalt die Sicherung von DNA-Spuren des Täters möglich. Gewalt zu erfahren, ist nicht nur für Frauen eine extreme Form der Fremdbestimmung. Das soll sich bei der Untersuchung und Dokumentation der Spuren nicht fortsetzen. Im Institut für Rechtsmedizin bestimmt das Opfer daher, was geschieht.

Im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen (z.B. K.o.-Tropfen) lässt sich eine eventuelle Verabreichung solcher Mittel nur relativ kurz nach einer Tat (8-12 Stunden) nachweisen. Es empfiehlt sich daher, gleich beim ersten (meist telefonischen) Kontakt mit der Polizei oder einer Gewaltopferambulanz auf einen derartigen Verdacht hinweisen. In der Untersuchung können dem Opfer Blut- und Urinproben entnommen und daraufhin untersucht werden. Die Befunde der chemisch-toxikologischen Untersuchung stehen oft aber erst einige Wochen später zur Verfügung, da die Auswertung der Blut- und Urinproben lange dauert.

Sie haben eine Frage zum Thema Gewaltopferambulanz?

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur der ersten Orientierung; ersetzt jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt. Gern geben wir Ihnen hierzu persönlich Auskunft!

Sollte Ihnen eine Gewaltopferambulanz an einem Institut für Rechtsmedizin bekannt sein, die hier noch nicht aufgeführt ist, so würden wir uns über eine Mitteilung freuen.

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